Ein Erinnerungsduett von und nach Christa Wolf. Mit Julia Jaschke, Hans Piesbergen. Inszenierung: Silvia Armbruster.Klanginstallation: Robert Merdzo. Produktion des Theater Wahlverwandte, Berlin. 

Das Meer brannte. Dies Traumbild seh ich heute noch, so viele andre, schlimmere Wirklichkeitsbilder sich auch darübergelegt haben. (Christa Wolf)

Wo Männer ohne Rücksicht auf Verluste ihr Machtspiel spielen, ist weibliche Intuition nicht gefragt. So hat Christa Wolf die Geschehnisse um den Fall Trojas pointiert ausgedeutet. Ihr „Kassandra“, 1983 geschrieben, ist ein grandioser innerer Resumee-Monolog, der die Protagonistin von einer traumatischen Erinnerung zur nächsten treibt. 

Der Krieg um Troja ist nach zehn langen Jahren beendet. Die Männer sind hingemetzelt. Die überlebenden Frauen sind Kriegsbeute. Kassandra, die Tochter des trojanischen Königs Priamos, wird vom siegreichen Griechen Agamemnon nach Mykene verschleppt. Die Seherin kennt jedoch Agamemnons Schicksal und ihr eigenes: Beide werden noch am selben Tag ermordet werden. Um die Todesangst zu besiegen, taucht Kassandra hinab in ihre Lebenserinnerungen und erleidet noch einmal mit allen Verzückungen des Wahnsinns ihre Visionen und Voraussagen, die belastet sind von dem Fluch, dass niemand ihr, der Seherin, jemals glauben wird.

Foto:© Brigitta Weizenegger

Alle Veranstaltungen werden in Übereinstimmung mit der zum Zeitpunkt der Veranstaltung in Hessen geltenden Corona-Schutzverordnung und weiteren hausinternen Maßnahmen stattfinden. Informationen: Kulturbüro Tel. 06102-747411

https://frankfurtticket.de/tickets/kassandra-13103.47323

Eintritt: 15,- €