Ein letztes Mal bietet sich am 11.8. die Möglichkeit, mit Künstler Moritz Koch, moderiert von Marco Thoms, ins Gespräch zu kommen. Wie bei den vorherigen Veranstaltungen darf ein spannungsreicher und sehr lebendiger Abend erwartet werden.

THE WAKE UP CALL 2 provoziert bei den Besucher*innen immer viele Fragen nach Technik und Machart. Ein Video zur Ausstellung gibt Antworten, erläutert das Making Of und stellt die Ausstellung in einen kunsthistorischen Kontext:

https://www.youtube.com/watch?v=CGNtPZ-RTm0

Wer Moritz Koch persönlich kennen lernen und mit ihm und Kunsthistoriker Marco Thoms in den Diskurs treten möchte, hat dazu am 11.8.2022 um 19.30 Uhr zur Finissage Gelegenheit.

Die scheinbare Menschwerdung über Selbstoptimierung und perfektem Styling unter Verzicht auf echte Anteilnahme oder reale Kommunikation – das Handy ist das verbindende Element auf vielen Fotos – ist ein Kernthema in der Ausstellung des Mainzer Künstlers Moritz Koch. Es gibt viel zu entdecken, auf den ersten Blick mag das nicht so scheinen, aber wer sich genauer mit den sehr ästhetischen Arbeiten beschäftigt – und sei es über die Brücke des Bildtitels – wird mit erkenntnisreichen Aha-Effekten belohnt. Kochs Botschaften sind durchaus mehrdeutig, er spielt mit der Wahrnehmung der Ausstellungsbesucherinnen und –besuchern. Die einen begeistern zunächst die hochästhetischen Aufnahmen, in denen hochpolierte Cadillacs aus den 50er Jahren mit Models in Szene gesetzt werden. Dann schleicht sich ein ungutes Gefühl ein, denn die Settings sind merkwürdig: so liegt ein Model unter dem erwähnten Cadillac, was die Umstehenden jedoch wenig zu interessieren scheint, sind sie doch mit Gucci-Täschchen und neuestem I-Phone voll beschäftigt. Dem Tod ist der Schrecken genommen, dafür ist er als perfekte Kulisse inszeniert.  

Die Ausstellung von Moritz Koch lädt nicht zum Windows-Shopping ein. Die Arbeiten fordern eine Verweildauer ein, sind gleichzeitig Stopper im Denkprozess. Und das ist von Koch intendiert: Er hat eine Botschaft. Kunst ohne Botschaft ist für den Künstler inhaltsleer. Kunst, die nicht verstanden werden kann, ebenso.

Die Ausstellung wird unterstützt vom Jugendforum Neu-Isenburg und gefördert von der lokalen Partnerschaft für Demokratie im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“.

Foto: ©Moritz Koch