Einführung zum Stück um 18.45h im Foyer.

„Der ich Licht bilde und Finsternis schaffe, der ich Wohlergehen wirke und Böses schaffe, ich bin es, der Herr, der dies alles wirkt.“ Jesaja 45,7

Jetzt und Hier. Menschen begegnen sich. Plötzlich. Etwas Gewaltiges passiert: Die Zeit hört auf. Die Welt ist weg. Ein Mann beginnt, in Stimmen zu sprechen! Er wütet gegen Gott. Die zufällig zusammengewürfelte Gruppe wird in die Geschichten des Alten Testaments geworfen, in die Wirrungen unserer Mythologie. Die uns bis in die Knochen prägt – wissentlich, willentlich oder widerwillig. Wir entdecken diese gewalttätigen, leidenschaftlichen, poetischen, politischen Geschichten neu. Wir treffen in uns auf die Helden dieser kantigen, uralten Geschichten, und wir treffen auf: Gott. Den liebenden Gott, den rächenden, den einsamen, den eifersüchtigen. Den, der uns liebt und der sich ungenügend von uns geliebt fühlt, der Gesetze aufstellt und sie selber immer wieder bricht. Der scheinbar willkürlich straft oder segnet. Warum haben wir uns gerade diesen Gott gewählt? Und warum er uns?
Die Texte der Akteure sind bis auf ganz wenige Änderungen und kleine „gesampelte“ Einschübe ganz aus dem Alten Testament. Im Dialog entwickelt diese Sprache eine neue natürliche Dynamik. Die Inszenierung versteht sich weder als religiös noch anti-religiös oder religionskritisch, sondern geht mit den mythischen Geschichten unseren Denkstrukturen und den Mustern unserer Sozialisation nach.

Foto: Marianne Menke

https://www.frankfurtticket.de/tickets/du-kannst-gott-zu-mir-sagen-theaterreihe-10897.33023

Eintritt: 13,40/15,50/18,90 €