Das höfische Spiel war im 18. Jahrhundert eine Form des festlichen Zeremoniells, das liturgische, musikalische und theatralische Elemente vereinigte und gleichzeitig die barocke Hofordnung der großen Adelshöfe repräsentierte. Bei aller Heiterkeit und ungezwungenem Schein galten immer die Regeln eines Spiels, ob als Grundlage für das spielerische Miteinander oder für das Aufrechterhalten der staatserhaltenden Ordnung. An den Höfen war das Spiel neben dem Vergnügen auch ein Instrument der Karriere und Selbstbehauptung und ein Medium des Auf- und Abstiegs bei der Erfüllung gesellschaftlicher Forderungen und Zwänge. An großen Höfen fanden diese Spiele täglich in Salons, Spielzimmern und Gärten statt. Als Vorbild diente wohl häufig der Hof von Versailles. Gespielt wurden u. a. alle Arten von Glücksspielen, bei denen es oft um Geldeinsätze ging, wie etwa Würfel, Trictrac (eine Vorform des englischen Würfelbrettspieles Backgammon) und das Gänse-Spiel. Innerhalb der für alle gleich geltenden Spielregeln war der hierarchisch gegliederte Hofstaat scheinbar aufgehoben. Darin bestand der besondere Reiz: man konnte einem im höfischen Gefüge höher stehenden Menschen auf gleicher Ebene zu begegnen.
Christian Kunz fordert am Museumsspieletag das Glück der jüngeren und älteren BesucherInnen bei Tric Trac und Gänse-Spiel heraus.

Das Gesamtprojekt „1718 Graf Johann Philipp zu Ysenburg-Büdingen und seine Zeit“ wurde von der Stiftung Flughafen/Main für die Region gefördert.

Foto:©Holzspielepark

Eintritt: Zahle, was du willst!